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Magdeburger Lokalanzeiger Donnerstag, 27.09.2007
In 14 Tagen soll erste Schadensbilanz an der Baustelle zur russisch-orthodoxen Kirche vorliegen / Wann der Bau startet weiter unklar
Holzgutachter untersucht Stämme und hat dabei Sorgenfalten im Gesicht
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Wolfgang Sich (1.) und Mario Lüth (r.) vom Bausachverständigenbüro Sich entnehmen Proben aus allen Holzstämme auf der Baustelle der künftigen russisch-orthodoxen Kirche. Zahlreiche Stämme sind durch Lagerholzschädlinge und Pilze (kleines Foto) für den Bau unbrauchbar geworden. Wie viele es sind und welche Auswirkungen es auf den weiteren Bauverlauf hat, ist noch unklar.
Foto: UIi Lücke |
Die Geschichte vom Bau der russisch-orthodoxen Kirche ist lang und sie scheint sich wohl auch noch weiter eine ganze Weile hinzuziehen. Seit Montag untersucht ein Holzgutachter die Schäden, die die Balken von der zu langen und wohl auch falschen Lagerung davon getragen haben. Jeder der 1500 Stämme muss nun einzeln gesichtet und katalogisiert werden. Das braucht Zeit und am Ende heißt es erneut „budjet“ (aus dem Russischen übersetzt: „Das wird schon!“).
Von Matthias Fricke
Alte Neustadt. Seit Montag dieser Woche ist wieder Bewegung auf der Baustelle zur russisch-orthodoxen Kirche in der Gareisstraße. Doch sind es nicht, wie bereits im Frühjahr erwartet, die Zimmerleute - sondern die Holzgutachter. Sie sollen jetzt feststellen, welche Auswirkungen die lange Lagerung in Russland auf die Stämme hatte. Nach der Grundsteinlegung im Jahr 2002 war die Holzkirche bereits in der Nähe von Moskau vormontiert und danach wieder für den Abtransport in alle Einzelteile zerlegt worden. Anschließend mussten erst einmal alle Formalitäten wie zum Beispiel die Erteilung eines Bauantrages in Deutschland erledigt werden. Das dauerte einige Jahre, da auch ein Holzgutachten erstellt werden musste.
„Hier wird ja nichts nach DIN-Norm gebaut, alles an der Kirche ist ein Unikat und deshalb dauerte der Prozess auch seine Zeit“, erklärt Wolfgang Langhoff vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Im vergangenen Jahr kamen dann die rund 1500 Holzstämme nach Magdeburg und schon zu diesem Zeitpunkt stand für die Bauingenieure fest, dass Schädlinge sich in einigen Holzbalken ausgebreitet haben. Das Bauordnungsamt hat nun die Auflage erteilt, dass zunächst ein Holzgutachter die Stämme untersucht. Und seit Montag sind Mario Lüth und Wolfgang Sich dabei und drehen jeden Balken einzeln um, katalogisieren den Schädlingsbefall und halten alles im Protokoll fest. Bauleiter Wolfgang Langhoff: „Etwa zeitversetzt in 14 Tagen sollen dann die ersten Balken mit einer Imprägnierung versehn werden.“
Der Planer sei aber guter Hoffnung, dass sich am Ende doch noch alles zum Guten wendet. Allerdings könnte es mit den Stämmen Probleme geben, wenn diese zum Beispiel komplett ausgetauscht werden müssen. „Weil die alten und die neuen ausgetauschten Stämme eventuell innerhalb eines Blockes die Statik verändern könnten, müssen alle Balken ausgetauscht werden“, erklärt Langhoff. Wenn die Imprägnierung abgeschlossen und die nicht mehr brauchbaren Balken ausgetauscht sind, sollen russische Zimmerleute kommen und ihre Arbeit aufnehmen. Aber das ist‘ die nächste Hürde, die genommen werden muss. Denn in Russland sei die Auftragslage für Zimmerleute momentan sehr gut und es sei schwer welche zu bekommen. Außerdem müssen noch die ganzen Arbeitsgenehmigungen beantragt werden. „So dass ich davon ausgehe, diese noch vor der bevorstehenden Winterpause mit dem eigentlichen Bau der Kirche erst im Frühjahr weitergehen wird“, so Langhoff.
Allerdings meint er auch, dass mit den abgeschlossenen Holzschutzmaßnahmen, das Holz wieder eine Weile liegen könne. Es bleibe. also ein bisschen spannend meint er. Erzpriester Boris Ustimenko hat die Gesamtorganisation der Bauarbeiten in die Hände der Magdeburger Ingenieurbüros gelegt. „Ich konzentriere mich lieber auf die Gemeindearbeit“, sagt er.
Volksstimme Leserbrief:

Antwort:
Sehr geehrter Herr Blenk,
seit 2003 wurde ich als Bausachverständiger zu den einzelnen Planungsphasen hinzugezogen. Ich kann Ihnen nur versichern, dass die, von Beginn an beteiligten Planer wie der Statiker Axel Rolfs, das Architekturbüro Brezinski, der Prüfstatiker Beyer und auch die zuständigen Behörden, soweit ich das beurteilen kann immer bemüht waren und es auch weiterhin sind, dieses Bauvorhaben zu fördern und alle Möglichkeiten auszuschöpfen damit die Errichtung der russisch orthodoxen Kirche in Magdeburg verwirklicht werden kann.
Es würde zu weit führen, an dieser Stelle die Problematik des Bauantragsverfahrens zu erläutern, jedoch möchte ich ausdrücklich Hervorheben, dass es wohl auch im Sinne der zukünftigen Besucherinnen und Besucher ist, wenn ein sicheres Bauwerk errichtet wird.
Und das bedeutet, gerade weil diese Holzkirche in kein DIN – Raster passt, dass eine gewissenhafte Prüfung der Konstruktion erforderlich ist.
Um eine Prüfung vornehmen zu können sind Grundlagen und Randbedingungen zu schaffen, für die nicht im Aufgabenbereich und Zugriffsbereich der Planer oder der Behörden stehen.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Sich
Bausachverständigenbüro
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